Warnings: öööh.... litte bit of sap, little bit of Angst
Pairing: You+Gackt (the one and only)
Disclaimers: Gackt und You sind mein persönliches Eigentum, meine Privatsklaven und ich mache eine Menge Kohle mit der Story hier. Okay, leider gehören sie sich selbst und ich bekomme hierfür keinen Cent. Aber vielleicht ein wenig Anerkennung? Das ist meine erste Gackt Fanfic, also habt Nachsicht!

‚Jemand‘ erinnert sich an zwei Vorfälle, die für ihn sehr wichtig waren. Findet ihr raus wessen POV die kurzen Passagen sind?

~+* For You *+~
Part 1

Wir sind immer die besten Freunde gewesen. Ich kann mich kaum an die Zeit erinnern, als ich ihn noch nicht gekannt habe. Wie haben wir uns kennen gelernt? Ich weiß nicht mal mehr das. Und es spielt auch überhaupt keine Rolle, nicht die Geringste. Ich weiß nur, dass ich ohne ihn nicht leben kann. Er ist nicht nur mein bester Freund, mein einziger Vertrauter und mein Bruder, er ist ... mehr. Viel mehr. Aber das wird er niemals erfahren. Und das ist auch gut so.

~~

You war selten genervt, sehr selten. Ihn konnte nichts aus der Fassung bringen, er war wahrscheinlich der geduldigste Mensch auf Erden, aber als das Telefon in diesem Moment klingelte, entfuhr ihm ein ungehaltenes:

„Ach scheiße! Wer ist das denn?“

Myako, die von dem Klingeln auch nicht gerade begeistert war, warf ihm trotzdem einen tadelnden Blick zu, den er geflissentlich ignorierte während er sein Handy aus der Tasche kramte.

„Ja?“

„......You?“

„ja...wer ist da? Gackt? Bist du das?“

„....ja....“

„Was soll das? Es ist Weihnachten, Gackt! Es gibt Menschen die da.....“

„Gomen...“

„......Gackt? Ist alles okay? Du klingst so als hättest du...“

Geweint? Nein, unmöglich. Warum sollte er? Gackt weinte nie, er zeigte sowieso nie was in ihm vorging. Nicht einmal You, der es aber meistens trotzdem erkannte. Dafür kannte er seinen Freund zu gut. Und auch jetzt merkte er dass etwas nicht stimmte. You sah seine Freundin Myako, eine junge Studentin aus Kyoto einen langen Moment an, dann sagte er leise, in einer sanften beruhigenden Stimme, die Myako das erste mal von ihm hörte:

„Ich komme vorbei, bin in einer halben Stunde da.“

Myako starrte ihn nur ungläubig an. Langsam, wie in Zeitlupe stand You auf und zog sich die Jacke an. Er legte Geld auf den Tisch und sah seine Freundin nur kurz an.

„Wenn du jetzt gehst, siehst du mich nie wieder!“

presste Myako zwischen perfekt weißen Zähnen hervor, ihre schlanken Hände umfassten fest die Serviette und ihr Blick strahlte kalte Entschlossenheit aus. You nickte.

Und ging.

~~

You kannte Gackt, wusste auch wie er aussah wenn er ungeschminkt, verschlafen, betrunken, krank oder müde war. Doch das Bild das sich ihm bot als er in dessen Wohnung trat, war mit nichts zu vergleichen, war unerwartet und ... bemitleidenswert. Ein anderes Wort fiel ihm nicht ein, auch wenn es sonst so gar nicht zu Gackt passen wollte. Bemitleidenswert.

Dunkle Ringe unter den Augen, die noch dazu rotgerieben und verheult aussahen. Die sonst perfekt aufgetragene Schminke war verschmiert und verlaufen, das Haar zerzaust und verklebt. Wortlos drückte You seinen Freund auf das Sofa, ging zur Minibar und holte ihm ein Glas von dem Wein, den sie beide sehr mochten und schon so manchen Abend gemeinsam ein ‚kleines Bisschen‘ zuviel davon getrunken hatten.

„Was ist passiert?“

„...“

„Hey, Camui!“

„Mana hat angerufen.“

Mana. You hatte ihn noch nie besonders gut leiden können, auch wenn er sich das nie hatte anmerken lassen. Mana hatte Gackt immer die Schuld am Untergang von Malice Mizer gegeben. Schlimmer noch, an Kami‘s Tod.

„Er hat einen ... Brief von Kami an mich gefunden. Kami konnte ihn nicht mehr abschicken, er hat ihn geschrieben kurz bevor er.....“

Er würde es auch dieses Mal nicht sagen. Er hatte es noch nie gesagt. Diese Worte ‚Kami ist tot‘ hatte Gackt noch kein einziges Mal ausgesprochen, fast so als ob diese schreckliche Tatsache erst dadurch wirklich wahr werden würde wenn er es aussprach.

„Kami hat mir in dem Brief geschrieben... dass er.... mich liebt...“

Jetzt sah er You zum ersten Mal an. Fast kindliche Augen, verletzt und verzweifelt, beinahe verstört, schön und geheimnisvoll, und trotzdem durch so viele negative Erfahrungen an der Schwelle der Verbitterung.

„Ich habe das nicht gewusst! Ich hatte die ganze Zeit keine Ahnung! Warum hat er mir das nicht gesagt? Warum hat er nicht...“

Ein heiseres Schluchzen wand sich seine Kehle hinauf und hinderte ihn daran weiter zu sprechen. Langsam glitt das Weinglas aus seinen Händen und fiel mit einem dumpfen Geräusch auf den Teppich, eine rote Lache aus Wein nach sich ziehend. You stand auf und setzte sich neben ihn, legte einen Arm um Gackt‘s zuckende Schultern und holte tief Luft. Gackt hatte nie um Kami geweint. Nicht einmal auf der Beerdigung war er gewesen. Doch was die anderen Malice Mitglieder und die Familie von Kami als ‚unmöglich, verantwortungslos, asozial und herzlos‘ betitelten war in Wirklichkeit eine Art Selbstschutz und nicht zuletzt Selbstbestrafung gewesen. Niemand hatte Kami so geschätzt und verehrt wie Gackt, wenn auch nie etwas an den Gerüchten über eine heimliche Beziehung zwischen ihm und dem Schlagzeuger mit den traumhaft schönen Haaren dran gewesen war. You wusste das, Mana wusste es auch. Und gerade deshalb hatte er Gackt heute angerufen, ihm ausgerechnet an Weihnachten von diesem Brief erzählt. Er hatte nie akzeptieren können, dass Gackt nicht sein persönliches Eigentum war, dass er selbst Entscheidungen treffen konnte und das letztendlich auch getan hatte. Er wollte ihm wehtun. Rache für den Untergang von Malice Mizer.

„Weil er wusste dass du nicht so fühlst, und dass du trotzdem dann bei Malice geblieben wärest. Du hättest es nicht übers Herz bringen können, ihn zu verlasse. Hab ich recht?“

Nicken. Kein Wort. Den ganzen Abend fiel kein Wort mehr. Stumm saßen sie da, Gackt schluchzend in You‘s Armen. Jetzt weinte er endlich um Kami, jetzt konnte er es. Er war es ihm schuldig, und es machte ihn auf eine verwirrende Weise glücklich, jetzt endlich um ihn weinen zu können. You war ja da... You war bei ihm. So wie immer.

Als der Morgen anbrach, war Gackt eingeschlafen. You blieb trotzdem bei ihm. Bis Gackt wieder lächelte. Ein ehrliches Lächeln, das nur You von dem aufgesetzten Lächeln unterscheiden konnte und das ihn versicherte, dass wieder alles in Ordnung war.

~~

Damals habe ich fast die Beherrschung verloren. Ich hätte ihm fast gesagt, was ich für ihn empfinde, dass ich ihn mehr als alles andere liebe, dass ich ihn niemals verlieren will. Aber ich habe es nicht getan. Ich weiß auch nicht warum, aber es war ein Fehler. Ich hätte es ihm besser gesagt. Oder doch nicht? Warum weiß ich nicht was richtig ist? Warum weiß ich nicht ob ich es ihm hätte sagen sollen? Es sind doch nur drei Worte... nur drei Worte!

~~

Ihm war schwindelig. Schon wieder. Das passierte öfter in letzter Zeit, vielleicht hatte er sich doch ein wenig übernommen? Die Tour, die Interviews, der neue Promotion Video, und was am schlimmsten war, das neue Album. Gackt konnte keine Lieder unter Zeitdruck schreiben, aber es blieb ihm nichts anderes übrig. Letzte Nacht hatte er schon wieder nicht geschlafen und ein neues Stück geschrieben, dementsprechend sah er auch heute aus. Aber das Stück war gut geworden, also war er doch gut gelaunt. Die Maskenbildnerin schaffte es auch heute ihn absolut makellos aussehen zu lassen, wenn sich auch You mal wieder nicht täuschen ließ, ihn besorgt musterte und keine Sekunde aus den Augen ließ.

Doch seine Sorge war unberechtigt, dachte sich Gackt als er sich vorsichtig auf die markierte Stelle auf der Bühne kniete. Noch war alles still, bis auf das ahnungslose Gemurmel des Publikums. Die Drähte an seinem Rücken wurden angezogen, und es ging los. Die ersten Klänge von ‚Ares‘ ertönten, und das Gejubel der Fans setzte augenblicklich ein.

Jetzt hörte Gackt auf zu denken, jetzt fühlte er nur noch. Wie jedes Mal, wenn er auf der Bühne stand, die Fans ihm zujubelten und er das einzige tun konnte, das ihm das Gefühl gab, etwas besonderes zu ein.

Singen.

Heute war das letzte Konzert dieser Tour, dann wäre ‚Mars‘ beendet. Zeit für was neues. Aber noch war es nicht soweit, noch trennten ihn zwei Lieder vom Ende der Tour – und von Ruhe. Ihm war unendlich übel, doch er konnte jetzt nicht aufhören. ‚dears‘ war wie immer einer der Höhepunkte, das Lied für seine treuen Fans, das er mit Hingabe und Liebe sang und unendlich glücklich wurde als er in die begeisterten Gesichter seiner ‚Verehrer‘ sah. In das letzte Lied, ‚Kono daremo inai heya de‘ legte er all seine Leidenschaft und – seine letzte Kraft.

Glücklich und zufrieden, ein wenig wehmütig weil die Tour jetzt wirklich schon vorbei war und vor allem Erleichtert ging er von der Bühne, über die hintere Treppe hinunter, an der Kulisse vorbei, die acht Stufen nach unten. Jedenfalls wären es acht gewesen, hätte nicht auf der sechsten Stufe die Welt angefangen sich rasend schnell zu drehen. Sogar im Sturz elegant und anmutig verlor er glücklicherweise das Bewusstsein, bevor er ungebremst die beiden verbleibenden Stufen hinabfiel und hart auf dem Boden aufschlug.

~~

Licht.

Helles, gleißendes Licht, das seinen Augen wehtat. Wo kam es her? Von überall... Und eine Stimme. Eine wohlbekannte Stimme, die er mehr als alles andere jetzt hören wollte. Aber sie war noch so undeutlich... Wem gehörte diese Stimme? Er hatte es vergessen... aber es tat so gut sie zu hören.... Auch wenn sie unglaublich traurig und besorgt klang. Warum denn? Warum traurig? Ich muss die Augen öffnen...ich muss sehen warum er so traurig klingt, und so besorgt.

„You?“

Fast hätte er das heisere Flüstern nicht gehört. You hatte sich schon so an den Klang seiner eigenen Stimme gewöhnt, die Gackt‘s lebloser Gestalt immer wieder beruhigende und versichernde Worte zuraunten. Dabei waren diese Versicherungen: ‚ich bin da, ich passe auf dich auf, es wird alles wieder gut‘ größtenteils an ihn selbst gerichtet. You‘s Blick streifte über das blasse, regungslose Gesicht des schönen Sängers. Und ein leiser Seufzer entkam ihm. Gackt hatte Glück gehabt, er hatte nur eine leichte Gehirnerschütterung von dem Sturz davongetragen. Schlimmer war laut den Ärzten die Übermüdung. Gackt hatte sich – mal wieder – bis zum Äußersten getrieben, sich maßlos überschätzt und keinerlei Rücksicht auf seinen Körper genommen, angefangen bei Schlafmangel bis hin zu Unterernährung.

„Camui, was soll ich nur mit dir machen? Ich brauche dich doch...“

Auf den fahlen Lippen zeigte sich ganz flüchtig ein kleines Lächeln. Ein ehrlich glückliches Lächeln, nur eine Sekunde, dann war es wieder verschwunden, aber der zufriedene Gesichtsausdruck blieb zurück, auch als Gackt aus der erschöpften Ohnmacht in einen angenehm warmen, tiefen Schlaf überglitt.

Ich brauche dich doch auch, You.

~~~OWARI PART 1 ~~~

Reviews, bitte!^^

Allen einen schönen Valentinstag, und nicht vergessen:

Boku wa kimi no Vanilla!

Eure Sei-chan